Moment mal...

 

Herbstansichten....

Erinnern Sie sich? In ca. 4 Wochen feiern wir alle, oder zumindest die Allermeisten in unseren Breiten, das Fest unseres Religionsstifters – kurz Weihnachten genannt.

Viele Menschen werden deshalb in den kommenden Wochen schweißgebadet und mit dem alljährlichen „Ich hab noch kein Geschenk-Gesicht“ die Innenstädte und/oder Einkaufszentren stürmen.

Aber im Moment – also im „Hier und Jetzt“ haben wir November. Den ach so so grauen Monat der Stille und Trauer. Aber wer genau hin sieht, wer (noch) ein Auge für die Natur hat, und wer das große Glück hat in unserer wirklich schönen Gegend zu leben, der braucht nur wenige Schritte um auch dem November schöne Moment zu entlocken.

Und wer dann, so wie wir in der Mittagszeit des heutigen Tages, eine Kamera mitnimmt, kann diese Momente festhalten....festhalten für den viel genannten Weihnachtsstress. Und wer noch ein – lange ungenutztes, Musikinstrument im Haus hat.....naja... meine Eltern haben schon immer gesagt „Geh doch mal wieder spielen“.....


Aber natürlich ist selbstgespielte Musik wirklich kein "Muss" um aus eigenen Fotos / Videos einen Film zu gestalten. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, die den berüchtigten "Dia-Abenden" vergangener Zeiten wahrlich überlegen sind. Trauen Sie sich einfach mal.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine schöne und möglichst stressfreie Vorweihnachtszeit.

Achso....ich hätte da noch eine Idee für ein tolles Geschenk für Ihre Liebsten, Ihren Freund, Ihren Mann, Ihre Kinder, Ihre Eltern, Ihre Großeltern, Ihre Freunde oder für wen auch immer... ist allerdings auch Online für kein Geld der Welt zu erwerben....

...Zeit miteinander...

Echte Fernsehmomente... es gibt sie noch.


Die Qualität dessen was wir im Fernsehen sehen – oder auch nicht – hat in den letzten Jahren wahrlich gelitten, darüber braucht man absolut nicht zu diskutieren. Auch über die Ursachen und Ergebnisse des zunehmenden TV-Dilettantismus zu debattieren, hätte wohl denselben Effekt,  als wenn ich mich mit meiner Bio-Tonne über biologisch abbaubare Plastiktüten unterhalten würde....

Aber es gibt sie noch: Diese Momente des Fernsehens, welche einen ähnlichen Erinnerungswert haben wie seinerzeit das legendäre 7:1 gegen Brasilien 2014. Ja, so lange ist wirklich her, dass ich mir einen Sendung / Beitrag schon am nächsten Tag nochmal angeschaut habe und dabei sehr berührt war.

Ich rede hier vom Freitag d. 12 Oktober 2019, und der Beitrag lief im Rahmen der NDR-Talkshow. Zwischen den zahlreichen "Promi-Gesprächen" brachte Mona Harry ihre „Liebeserklärung an den Norden“ zu Gehör.

Quelle: NDR.de

Nun werden Sie vielleicht, oder eher wahrscheinlich, fragen „Mona, wer?“

Nun ja ich gebe zu, dass mir die Kunst- und Philosophiestudentin und Buchautorin Mona Harry aus Kiel auch nicht bekannt war – bis zur Feier zum Tag der Einheit im Kieler Landtag am vergangenen 3. Oktober 2019, als sie dort eine sehr beeindruckende Rede hielt.

https://www.monaharry.de/text-vom-3-oktober/

Es tut sehr gut derartige selbst geschriebene und gehaltvolle Texte zu lesen oder zu hören.... UND....es geht mal NICHT um Umweltschutz, SUV´s bzw. Onkel Donald.....

Junge Menschen dieser Art machen mir Hoffnung für die Zukunft.....ich hoffe Ihnen auch....


Wenn nicht wir, wer dann?

Nein, keine Angst. Das wird kein Artikel über die Klimaveränderung. Darüber wird zur Zeit genug geredet.

Mir geht es im weitesten Sinne mal wieder um das Thema „Ehrenamt“, genauer gesagt um den längst notwendigen „Generationenwechsel beim Ehrenamt“.

Als meine Kinder noch im Teenager-Alter waren, gab es in Ratzeburg einen Seifenkisten-Verein, in dem alle drei Mitglied waren, einschließlich Eltern natürlich. Alle Drei im gleichen Verein war schon eine Seltenheit, aber dass sie dabei auch noch Spaß hatten und mal nicht stritten, war ein Segen für uns. Denn auch uns machte es dort Spaß. Eltern wurden zum Helfen gebraucht, aber es war ein tolles Miteinander. Alle waren mit Lust dabei und niemandem wurde das Anpacken zu viel, ehrenamtlich natürlich.

Dann kam die Zeit, in der die Kinder für die Seifenkisten zu groß wurden. Nachwuchs? Gab es nicht. Warum nicht? Weil keiner, der sich nicht gezielt dafür interessierte, überhaupt etwas von dem Verein wusste. Nachwuchswerbung? Wozu denn, haben wir nicht nötig. Du hast dafür Ideen? Interessiert uns nicht. Und so kam, was kommen musste. Der Verein sollte aufgelöst werden. Zu der Zeit hatte ich zwei Personen an meiner Seite, die mir zugeredet haben, den Verein zu übernehmen. Der Eine kannte sich mit Nachwuchswerbung aus, der Andere mit dem Metier „Seifenkisten und Vereine“.

Gutgläubig habe ich gedacht, der Vorsitzende müsste sich freuen, dass jemand versuchen will, den Verein auch nach 25 Jahren weiter zu halten. Aber die Antwort, die ich bekam, machte mich fassungslos. „Das ist mein Verein, und wenn ich gehe, dann geht auch der Verein.“

Altersstarsinn???? Keine Ahnung. Er war zwar die Generation "über" mir, aber so alt nun auch wieder nicht. Ich gebe zu, die Antwort habe ich bis heute nicht wirklich verdaut. Trotzdem war ich der Meinung, dass sei die Ausnahme.

Ausnahme? Weit gefehlt. Mittlerweile habe ich gemerkt, dass es eher die Norm ist. In sehr vielen Vereinen und Organisationen mit ehrenamtlich Tätigen ist die ältere Generation an der Spitze. Seit Jahren ziehen sie sich „ihren“ Nachwuchs heran, doch jetzt, wo die Jüngeren so weit sind, heißt es nur:

Wieso? Wer soll das denn machen, wenn nicht wir? Es gibt doch sonst keinen.“

Spricht man sie dann auf die Jüngeren an, die sie sich selbst geformt haben, gibt es nur ein Kopfschütteln. „Die haben doch keine Ahnung, wie das läuft.“

Moment mal, keine Ahnung, wie das läuft? Irgendwas habe ich hier nicht verstanden. Fast überall wo ich hinsehe, und ich sehe sehr genau hin, auch wenn das nicht jeder bemerkt, sind es die Jüngeren, die tun und machen. Lediglich die Lorbeeren stecken sich die Älteren ein.  „Habt ihr wieder gut gemacht.“ „Klar, wir wissen ja auch, wie das geht.“ Wie bitte? Kommt dann aber der Nachwuchs und sagt: „Wir wollen auch mal das Lob haben, schließlich machen wir das fast alles ohne euch“, dann ist die Antwort sehr konsequent. „Euch brauch und will hier keiner.“  Und am Ende gibt es nur Verlierer....

Jetzt könnte man fragen, warum schmeißt ihr nicht einfach alles hin?

Da gibt es sicher verschiedene Antworten: man will niemanden in Stich lassen, oder man hat zu viel Spaß daran, oder was auch immer. Aber man übt sich in Geduld. „Irgendwann sind auch wir mal dran.“ Nur, wie lange soll man Geduld haben, wenn man immer und immer wieder gegängelt wird? Ist nicht irgendwann die Zeit gekommen, zu sagen: „Jetzt ist Schluss“? Wie viel Macht gibt ein Mensch einem anderen über sich, ohne sich zu wehren?

Ich habe bereits öfter erlebt, dass die Macht der Älteren uneingeschränkt zu sein scheint. Doch ich habe die Hoffnung, dass sie sich überschätzen, denn irgendwann wird es dann vielleicht heißen: „Wenn nicht wir es machen, macht es keiner, weil es keinen mehr gibt, der es noch machen könnte. Und wir können es auch nicht.“ Endstation.

Um noch eines klar zu stellen: Ich rede hier nicht von allen Vereinen, denn ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es Vereine und Organisationen gibt, wo es nicht anders geht, weil niemand sonst die Verantwortung übernehmen will. Oft ist es dann eine mühsame Suche nach einem Generationenwechsel, um den Verein vor dem Untergang zu retten.

Eines sollte uns allen aber endlich klar werden: Macht kann nur missbraucht werden, wenn man selber es zu lässt ohne sich zu wehren. Und die beste Art sich zu wehren heißt: Gemeinsam.




Together for Future


Vielleicht erinnern Sie sich noch an unseren Artikel „Sunday for Future“, der durch die „Friday for Future-Bewegung“ entstand und einen Aufruf an alle Erwachsenen, egal ob Eltern, Lehrer oder auch Journalisten, enthielt, nicht nur die Kinder für die Zukunft kämpfen zu lassen.

Mitte Juli bekamen wir völlig überraschend eine Mail vom „Pädagogen For Future-Team“ aus Berlin. Sie waren über Google auf unseren Artikel aufmerksam geworden, und äußerten die Hoffnung, dass auch wir am Ball bleiben.

Sie erklärten uns, dass Lehrer und Erzieher dem „Pädagogen For Future–Team“ beigetreten sind, und mittlerweile mehr als 1600 Kollegen ihre Stellungnahme unterzeichnet hätten. Das Ziel dieses Teams ist die breite Aufklärung zum Thema Klimaschutz und der Wunsch nach Akzeptanz für nötige Wandel-Prozesse zur Nachhaltigkeit in der Gesellschaft. Auch der Ruf nach Bildung von Ortsgruppen geht von ihnen aus. Sie suchen Kollegen, die gern mehr machen würden, mehr Klimaschutz fordern, die FFF-Bewegung unterstützen und gern in Ortsgruppen aktiv werden möchten.

https://paedagogenforfuture.org/

 Auch einen Link zu einer Projektwoche einer Schule in Niebüll haben sie uns zukommen lassen. Vielleicht regt das zum Nachahmen an.

https://www.fps-niebuell.de/projektwoche-2019

Außerdem läuft in der Zeit vom 20.09. bis 27.09.2019 eine globale Klima-Demo und Klima-Woche. Das wäre der richtige Moment um selbst aktiv zu werden und mal was anderes auf die Beine zu stellen.

 Gerade in letzter Zeit wird Klimaschutz und Nachhaltigkeit immer wichtiger.

Die Meere zum Beispiel sind überfischt. Greenpeace fordert eine nachhaltige Fischerei um „die Jagd auf den letzten Fisch“ zu vermeiden.

Plastik, egal ob in großen Stücken oder als Mikroteilchen landet in der Umwelt. Wussten Sie zum Beispiel, dass Wissenschaftler Plastikreste bereits in kleinstem Plankton, aber auch in Fisch und Meeresfrüchten wie Thunfisch, Kabeljau, Makrele, Muscheln und Garnelen nachgewiesen haben?

 Doch sehen wir uns jetzt einmal in unserer Region um. In der Gemeinde Kropp wird bereits einiges für die Umwelt getan. Als Zeichen hierfür sei die hohe UN-Auszeichnung im Frühjahr für den Wisentpark genannt. Hier haben nicht nur Wisente ihren Lebensraum, sondern auch Insekten und andere Kleintiere. Auch der Fledermausbestand, immerhin der drittgrößte in SH, wächst weiter. Ebenso entwickeln sich die verschiedenen Pflanzenarten prächtig.

 Auch innerorts wächst der Bestand an Blumen, Büschen, Sträucher und Bäumen. Fachgerechte Pflege sorgt für den Artenerhalt und bietet Insekten ein wahres Paradies. In Meggerdorf werden nicht genutzte Flächen mit Wildblumen bepflanzt um dem Insektensterben Einhalt zu gebieten.

 Doch Kropp geht auch mit anderen Ressourcen sparsam um. So wurde im neuen Rathaus ein Blockheizkraftwerk eingebaut. Das Freibad wird aus der Abwärme eines Biomassekraftwerkes geheizt, und die entstehende Energie aus dem Bürgerwindpark kommt den Bürgern aus der Region zu Gute und wandert nicht in die Ferne. In Planung ist auch die Nutzung der Sonnenenergie bei einer versiegenden Kieskuhle. Die Gemeinden tun was möglich ist um den Klimaschutz zu unterstützen.

 Trotzdem ist auch weiterhin jeder einzelne Mensch gefragt. Klimaschutz und Nachhaltigkeit geht uns alle an, nicht nur unsere Kinder. Schließlich sind gerade sie nicht an dieser Klimaveränderung schuld. Es reicht nicht, nur über zu viel Sonne oder Regen und ständige Missernten zu schimpfen ohne selbst über Veränderungen nachzudenken. Klimaschutz kann ein einzelner Mensch nicht schaffen, dafür müssen wir alle ran. Egal, ob „Friday“ oder „Sunday“, an jedem Tag, in jeder Minute haben wir die Möglichkeit etwas für das Klima und unsere Welt zu tun. Packen wir es endlich an. Denn: Nur gemeinsam sind wir stark.




Wieder mal gut gedacht 

wieder mal schlecht gemacht

Die älteren von uns erinnern sich vielleicht..... früher hatten wir einen Butterberg oder einen Milchsee. An deren Stelle ist in den letzten Monaten die Sau-Invasion getreten.  

Oder wie ist es sonst zu erklären, dass zum Thema Klimaschutz, Plastikvermeidung usw. nahezu im Stundentakt eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird.

Heute fanden wir auf Facebook, dieses hier.
Was auf den ersten Blick als tolle Idee anmutet hat ebenfalls eine dreckige Kehrseite. Zum einen möchte ich nicht wirklich meine Lebensmittel in Beutel packen, welche zuvor von mir unbekannten Menschen....naja......keine Ahnung, was die damit zuvor gemacht haben....und das ist nur mein allererster Gedanke.

Um diese Beutel herzustellen, benötigt man Baumwolle. Und diese Baumwolle benötigt zur Aufzucht Unmengen an Wasser und Pestiziden. Von der Herstellung in Fernost sowie dem Einsatz von Farben für die lustigen und bunten Werbe-Aufdrucke mal ganz zu schweigen. War da noch noch was? Ja, nämlich der Transport per Schiff aus dem Asiatischem Raum....Stichwort? ....Richtig....Schweröl.

Natürlich ist so ein eigener Baumwollbeutel allemal besser als eine Plastiktüte....sofern er mindestens 2-3 Jahre hält. Bei ständiger Benutzung wohlgemerkt.  

"Ach man ey, jetzt meckert der Paule schon wieder rum und macht alles madig" ...stimmt, mache ich. Weil es eine Alternative gibt die kaum noch jemand sieht.

Weidenkörbe...sehen mitunter blöde aus, halten aber mehrere Jahrzehnte, und ich kann mich nicht erinnern, dass in meinem 23 Jahre alten Korb schon mal ein Apfel oder eine Gurke gestorben ist.
Und selbst die modernen Einkaufskörbe halten locker über 10 Jahre...

Nun sieht man beim täglichen Einkauf Kunden mit eigenen Körben noch immer eher selten, nach dem Motto "was denken die Leute über mich, wenn ich mein Gemüse und Obst in meinen eigenen Korb packe? Nachher denken sie noch, dass ich klauen will....

Nun, um es sittsam auszudrücken. Mir ist das schon seit 20 Jahren völlig Schnurz. Denn so lange nehme ich schon meine eigenen Einkaufskörbe mit in den Discounter / Supermarkt..... und es gab niemals Probleme.....

 

Kennen Sie Charly Klauser?

Musik ist ja so ein Thema, und über Geschmack lässt sich bekanntlich ja nicht streiten.  

In den folgenden Zeilen möchte ich mal das Pferd von hinten aufzäumen, also frage ich noch mal:

Kennen Sie Charly Klauser?

Charly Klauser wurde 1990 in Köln als Tochter einer Musikerfamilie geboren und begann bereits vor der Einschulung Geige und Klavier zu spielen. Aber bereits im Alter von 12 Jahren kam der Schnitt – sie gründete eine Schülerrockband, und erhielt mit „The Black Sheep“ im Alter von 18 ihren ersten Plattenvertrag und tourte mit ihrer Band durch ganz Europa.

Tja, jetzt muss die Geschichte a bisserl abkürzen, was mir – zugegebener Maßen – aus Begeisterung für diese tolle Musikerin, nicht gerade leicht fällt.

Seit einigen Jahren arbeitet sie mit einem bekannten Rockmusiker in Deutschland zusammen, aber halt....vorher möchte ich Ihnen noch ein Video zeigen, in welchem Charly Klauser step by step alle Instrumente selbst eingespielt und sowohl Video´s als auch Musik selbst geschnitten hat.

Bevor Sie weiter lesen, möchte ich Sie bitten sich dieses Video anzusehen....

Music & Lyrics by Charly Klauser All instruments played by Charly Klauser Live-Recording, Mixing & Mastering by Charly Klauser Video & Editing by Charly Klauser

Charly Klauser spielt inzwischen Schlagzeug in der Band von Peter Maffay, also jenem genialen Musiker der mich mein ganzes Leben begleitet, vor einigen Tagen seinen 70ten feierte und zeitgleich das Album „Jetzt“ heraus gebracht hat.

 Quelle.  https://PeterMaffay.lnk.to/Jetzt

℗ 2019 Red Rooster Musikproduktion GmbH distributed by Sony Music Entertainment Germany GmbH

Musik ist ja so ein Thema, und über Geschmack lässt sich nicht streiten. Maffay ist der – mit Abstand – erfolgreichste deutschsprachige Musiker was die Top-Ten-Alben angeht, und welcher uns seit dem Album Steppenwolf 1979 begleitet, und das wird auch weiterhin so bleiben......


Happy Birthday Peter Maffay

Music video by Peter Maffay performing Happy Birthday (Live). (C) 1997 BMG Ariola München GmbH

Vom Album "Steppenwolf" stammt das Lied „Das ist mein Traum“, welches mich seinerzeit -  (1979) -dazu trieb, mir meine erste Gitarre, und kurz danach das erste Keyboard zu kaufen und seit vielen Jahren eigene Texte zu schreiben.



Wie gesagt.....über Geschmack lässt sich nicht streiten.....

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Ein Pusteblumen-Moment

Wenn ich mich erinnere ....und es fällt mir weiß Gott nicht schwer mich an frühere Dinge meines Lebens zu erinnern, geht bei mir das Kopfkino an.

Als ich damals beim Sportunterricht den Pauker hinter mir gelassen und ihn beim 100m Lauf 12,8 Sek besiegt habe, die Abi-Feier, das Gelöbnis als ich zur Bundeswehr ging, die Hochzeit mit meiner ersten Liebe, dass „Auf den Hintern klatschen“ als ich meinen Segelflugschein bestanden hab, und -SEHR WICHTIG - ....der Tag, an dem Sylvia und ich uns die allerersten Nachrichten per Chat schrieben, zum ersten Mal telefoniert, uns 3 Tage später zum ersten Mal trafen und nach weiteren 14 Tagen zusammen gezogen sind.....letzteres ist 5 Jahre her, und wir sind glücklicher als je zuvor.  

Dennoch hatte ich kürzlich so einen ganz besonderen Moment, der all die eben geschilderten Momente in den Hintergrund rückte, ja sie fast zur Bedeutungslosigkeit zu degradieren schien  

Beim Spaziergang über einen der zahlreichen Feldwege in unserer Umgebung sah ich eine „Pusteblume“, also einen Löwenzahn in voller Blüte am Wegesrand stehen. Ich konnte nicht anders, ich pflückte die „Pusteblume“, blieb stehen, holte tief Luft und pustete so kräftig ich konnte...und die Zeit schien still zu stehen.   

Es war wenig Wind, und so konnte ich genau sehen, wie die „Fallschirme“ der Pusteblume davon schwebten. Lautlos und ohne jede Hast machten sie sich auf den Weg um dort, wo sie irgendwann einmal landen würden vielleicht neues Leben zu erschaffen, oder auch als Nahrung für die Tiere, die wir bei den abendlichen Spaziergängen auf den umliegenden Feldern immer wieder wahrnehmen, zu dienen.  

Wenn meine Frau und ich diese Abend-Spaziergänge machen, haben wir kein Handy dabei – bestenfalls eine unserer Kameras. Aber zu erreichen sind wir dann nicht. Und wenn wir dann nach Hause kommen....manchmal nach 15 Minuten schon, manchmal aber auch erst nach 2-3 Stunden....dann gehen wir direkt „über Los“ (die Älteren erinnern sich vielleicht noch an Monopoly).   

Soll heißen, wir gehen direkt auf unsere Terrasse und  beachten den Anrufbeantworter nicht....   

Sondern wir erhalten ihn uns in Gedanken......diesen einen kurzen Pusteblumen-Moment....


© Sl-Süd Online 2019/ PvH

 

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Plötzlich 60


Oh Gott. Die Sonne scheint, ein neuer Tag ist angebrochen. DER Tag ist angebrochen. Dieser eine Tag, vor dem ich seit langem Bauchgrummeln habe. Nur Bauchgrummeln? Nein, das trifft es nicht im entferntesten. Panik ist das Zauberwort.

Jeder Mensch kennt dieses Gefühl mit welchem ich heute aufgewacht bin. Natürlich kennen auch Sie dieses Gefühl. Jahrelang geht man zum Italiener, oder Griechen, meinet wegen auch zum Döner-Shop, was weiss ich. Jedenfalls kostet das Lieblingsgericht der Wahl dort seit Jahren € 5,95. Keine € 6,00, sondern € 5,95, und wehe, dass es plötzlich doch € 6,00 kostet. Nur ein ganz kleiner Schritt, .der manchmal aber schlimmste Folgen haben kann.

Die Sonne scheint noch immer. Dabei bin ich schon seit 5 Minuten wach. Ich schaue mich um. Eigentlich hat sich nichts verändert, alles sieht genauso aus wie gestern. Meine Liebste schlummert friedlich lächelnd neben mir....toll sieht sie aus. Wie macht sie das bloß? Und damit sind wir beim Thema der Woche, denn es hat sich doch etwas geändert. Gestern konnte ich noch sagen "ich bin 59"...ganz locker kam mir das "59" über die Lippen. Hey man, ich fühlte mich wie ein jung gebliebener Barrockteenager, der ZZ-Top hört und mit Klassischer Mukke nicht das Geringste anfangen kann. Hab ich noch was vergessen? Ach ja, ein Tattoo und einen Ohrring links trage ich ebenso wie meine Westernstiefel. Geht ja mit 59 auch ...

Und heute? Heute bin ich 60. Fühlt sich für mich genauso blöde an wie wenn meine Lieblingspizza plötzlich € 6,00 kostet, und eben nicht mehr € 5,95.

Ok, ich werde versuchen mich der Wahrheit zu stellen. Kann doch nicht so schwer sein. Schließlich habe ich einige Alterserscheinungen, welche den allermeisten Menschen irgendwie doch Probleme zu machen scheinen, schon lange abgearbeitet. Und das mit Bravour.

Meine ersten grauen Haare bekam ich mit 35 und nach weiteren 5 Jahren war ich mit dem Thema durch. Seitdem trage ich die Haarfarbe "Alaska blond" durch die Welt. Seit ungefähr 15 Jahren trage ich Hörgeräte, was ich als großen Vorteil schätzen gelernt habe, denn wenn mich irgendwelche Geräusche wirklich stören, nehme ich die Dinger raus und es wird sehr ruhig. In jedem, und es ist wirklich so, in jedem Restaurant bedauere ich meine Frau, die oftmals dummes Gerede von Nachbartischen hören muss. Sie kann eben nicht abschalten.

Auch Zahnschmerzen habe ich seit 3 Jahren nicht mehr. Wenn mit meinen Zähnen irgendetwas nicht stimmt, bringe ich sie morgens zum Zahntechniker meines Vertrauens, hole sie abends wieder ab und alles ist gut. Und wenn es mal ganz schnell gehen muss: Naja, ich mache seit 44 Jahren Modellbau und habe entsprechende Fräs- und Polierwerkzeuge in meiner Werkstatt. Ehrlich, das ist kein Hexenwerk und geht zwischen Frühstück und Mittag ratz fatz.

Wie gesagt, diese ganzen Geschichten hab ich alle schon längst abgearbeitet.

Warum mache ich dann so `ne Welle? Na klar, man hört und liest seit Jahren immer wieder Parolen wie "das heutige 60 ist eigentlich 50" oder so ähnlich, was zum Teil ja auch stimmt. Wahrscheinlich muss ich diesbezüglich noch mal in eine Interne Revision gehen und meinen eigenen "Bauchladen" neu strukturieren. Wobei "Bauchladen" irgendwie schon passt.

Jedenfalls trugen meine Eltern und ihre Freunde (liebe Grüße in den Himmel) seinerzeit, also in den 70ger Jahren des vergangenen Jahrtausend, mit Vorliebe Windjacken. Windjacken, ich habe keine Ahnung ob es diese Dinger damals irgendwo im Angebot gab, jedenfalls gefielen mir die Farben überhaupt nicht. Ich erinnere mich an Zimt, Sandbeige, Altersgrau, oder Rindenmulch-braun. Fruchtbar. Ich erinnere mich auch noch an Busfahrten, die ich zusammen mit meinen Eltern und deren Freunden,mitmachen durfte. Irgend jemand hatte immer "Rücken" oder sonst ein Gebrechen und roch....ne, er, oder auch sie, stank dann regelrecht nach Franzbranntwein.... Klosterfrau....schieß mich tot, war auch so ein Thema.

Plötzlich küsst mich jemand wach. "Guten Morgen mein Liebling, ich gratuliere Dir zum 57ten."

Was? Wer? Wie? Ich stehe schlagartig fast senkrecht im Bett.

"Schatz, hast Du schlecht geträumt?" Die liebevolle Stimme und das Schlafzimmer erschienen mir irgendwie vertraut. Ich schaute in die vertrauten Augen des Menschen, der mich am meisten und ohne Vorbehalte liebt. "Ja, meine Prinzessin....ich hab einen blöden Traum gehabt. Meine Lieblingspizza kostete von einem Tag zum anderen plötzlich € 6,00." "Na wenn es weiter nichts ist," "Doch," sagte ich, "Es gibt noch weiteres: ich werde wieder mit meiner Modell-Fliegerei anfangen und lasse mir demnächst noch ein zweites Tattoo stechen." "Dann machen wir das mit den Tattoos gemeinsam, denn so alt sind wir ja noch nicht."


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Willy Astor - Kilimandscharo

Wie hieß im Jahr 1910 der höchste deutsche Berg?

RICHTIG.....der Kilimandscharo! Mit einer Höhe von 5895 m war die Kaiser-Wilhelm-Spitze (auch Wilhelmskuppe genannt) von 1902 bis 1964 der höchste deutsche Berg.

Heute ist die Gegend um den Kilimandscharo eines der letzten, weit gehend von Menschenhand, unberührten Gebiete, und wir hatten vor einigen Jahren das Glück Landschaft und Tiere erleben zu dürfen.....

Dort gibt es keinen Strom und auch tägliches Wasser ist keine Selbstverständlichkeit...statt dessen erlebt man unendlich schöne Sonnenunter sowie - Aufgänge. All das macht uns bis zum heutigen Tag sehr demütig....

Liebe Leser*innen....sollten Sie einmal die Möglichkeit zu einer derartigen Reise zu haben....nutzen sie diese, und Sie werden demütig zurück kommen.


Zeit ein bisschen inne zu halten, sich zurück zu lehnen und die ganz eigenen Gedanken zu den Klängen treiben zu lassen......

 

Quelle TV.Aufzeichung bayer. Rundfunk Juli 2008, München, Rechte: bayer. Rundfunk (br)   

© Sl-Süd Online 2019

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                                   Online-Zeitung für Kropp-Stapelholm und Umgebung