Neue Normalität - Leben mit Corona

Liebe Leser*innen. Es ist seit einigen Monaten nichts, aber auch gar nichts mehr, wie es vor einem halben Jahr noch war. Arbeiten, Schule, Einkaufen, Urlaub und sogar Wochendausflüge.

Nichts ist mehr wie es war.

Auf dieser Seite kommen Sie zu Wort. Schildern Sie uns ihre Eindrücke, Gedanken und Erfahrungen welche Sie mit der „neuen Normalität“ bisher gemacht haben. Wir haben eigens dafür eine Email eingerichtet.

Schreiben Sie uns Ihre Zeilen unter der Email: "slsued-corona@t-online.de"

Wir werden Ihre Zeilen absolut anonym veröffentlichen, und wir werden Ihre Email NICHT speichern, veröffentlichen oder sonst irgendwie verwenden. Wir werden Ihre Zeilen 1:1 umsetzen, versprochen....

Desweiteren versichern wir, das an dieser Stelle keine Fake´s veröffentlichen werden.

"Mit Corona ist alles anders: Wir, d.h. mein Mann und ich, (Jahrgang 1950 und / 48) waren gestern mal nach langer Zeit an der Ostsee in Travemünde. Als wir dort in der Vorderreihe ankamen, waren wir erschrocken über die vielen Menschen. Sehr lange hatten wir die Küste gemieden, weil ja alles geschlossen war, selbst die WC`s .Wir gingen dann Richtung Strand. Die Restaurants waren gut gefüllt, aber mit Abstand. An der Priwall Fähre vorbei, an der eine große Schlange von ca 50 Personen wartete,  aber auch hier war der Abstand teilweise ok .Wobei man bei Familien keinen Überblick hat wer zu wem gehört. Wir sind dann noch auf der Promenade gelaufen und auf dem Rückweg gab es noch ein Eis in die Hand. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, empfinde ich persönlich - auch wenn man in Kaffees oder Restaurants reinschaut - die ganze Atmosphäre sehr bedrückend. Jeder schaut jeden an und hat bestimmt ein komisches Gefühl. Ich hoffe, dass ALLE aus unserer Familie sowie unsere Freunde,  Bekannte und auch wir gesund bleiben ."

"Ich  musste gestern notgedrungen wichtige Termine wahrnehmen. Weil ich dazwischen noch etwas Zeit hatte, wollte ich es wagen und eine Tasse Kaffee trinken. Bei der Bäckerei waren draußen noch leere Tische, und wegen dem schönen Wetter wollte ich auch  unbedingt draußen sitzen. Also rein in den Laden und eine Tasse Kaffee zum „hier trinken“ bestellt. Aber dann ging es erst richtig los. Formular ausfüllen mit Namen, Adresse und so weiter. Dann wurde ich belehrt, wie ich mich zu verhalten habe: Also Tisch zuweisen lassen (obwohl alles frei war), Maske erst abnehmen, wenn man sitzt und ja nicht auf den Tisch legen. Wenn man fertig ist, Maske aufsetzten, Geschirr reinbringen und sich abmelden, also Bescheid sagen, dass der Tisch wieder frei wird. Auf meine Frage warum, erklärte man mir ganz höflich, dass da alles mit der Desinfektion zusammenhänge. Das Ganze dauerte gefühlt eine Ewigkeit. Dann durfte ich meine Bestellung aufgeben. Ich wollte ja nur eine Tasse Kaffee, aber bei dem ganzen  Aufwand war mir das schon fast etwas peinlich. Ich bekam von der freundlichen Bedienung noch einen Keks dazu und den netten Wunsch: „Lassen sie sich ihren Kaffee schmecken und genießen sie die Zeit.“ Ich fand es schon nicht prickelnd mir mit Maske den Kaffee zu bestellen, aber als ich am Tisch saß, kam ich mir irgendwie … ja, fast ein bisschen entmündigt vor. Ich habe weder die Zeit genossen, noch hat mir der Kaffee wirklich geschmeckt. Aber das lag definitiv nicht am Kaffee. Nächstes mal nehme ich mir lieber ein Buch mit und überbrücke die Zeit im Auto mit Lesen."

"Ich arbeite in Kropp bei einem Discounter. Ich habe Ihre neuen Rubrik gestern gesehen und schreibe mal wieh mir der Schnabel gewachsen ist. Das verhalten einiger Kunden treibt an den Rand meiner Kraft. Meine Kollegen und ich werden angemacht und beschimpft nur weil hier und da eine Sorte Käse, der Lieblingswein oder was weiss ich fehlt. Abstandregeln? Das ging die letzten Wochen ganz gut. Aber seit die Maskenpflicht gilt, ist´s oftmals vorbei mit dem Abstand. Oder vielleicht auch mit dem Anstand?"

"Danke für diese Rubrik. Ich kann mich dem, was die Anderen geschrieben haben  nur anschließen. Die Ignoranz vieler Menschen im näheren und weiterem Umfeld (Mehrfamilien-Haus) bezüglich der Ansteckungs-Gefahr, macht mich sehr traurig.

Als Risiko-Person -Alter, Herz und andere Vorerkrankungen..., versuche ich jede Möglichkeiteiner Ansteckung zu vermeiden - bleibe zu Hause. Mir ist bewusst, dass die Möglichkeit sich in Schleswig-Holstein anzustecken sehr , sehr gering ist !

NUR  falls ich mich doch anstecke, dann muss ich, als mehrfach Risiko-Person, mit dem Schlimmsten rechnen....."

"Heute habe ich meinen ersten Ausflug seit langem gemacht. Nach Hamburg natürlich. Ich brauchte nach den letzten Wochen einfach mal Abwechslung. Und Hamburg ist nun mal mein Ziel Nummer 1. Immer wieder eine Reise wert. Den Tag über alles sehr leer für Hamburg. Es ist zwar unter der Woche und die Leute müssen arbeiten. Dennoch war es auffällig leer. Schön die Hafencity, die Elbphilharmonie, Landungsbrücken und das Rathaus Mal wieder zu sehen. Nach dem Mittagessen direkt am Jungfernstieg, ohne Wartezeit auf freie Plätze, habe ich dann noch eine Alsterrundfahrt gemacht. Da fiel es mir doch schwer mit Maske da zu sitzen. Fast alles unter Glas und die wenigen Sitzplätze draußen waren schnell weg. Aber da recht wenig los war, hatte ich nen Tisch für mich alleine. Da konnte ich die Maske etwas lockerer tragen und auch kurz absetzen.  Jetzt auf der Rückfahrt ist der Zug schon voll. Feierabend ist ja jetzt für viele. Reisende habe ich kaum wahrgenommen"

"Meine Frau gehört zu den Menschen die „Hummeln im Hintern“ haben. Und diese Hummeln knallen zur Zeit regelmäßig gegen irgendwelche Decken. Ich selbst bin seit über 10 Jahren auf Grund „Posttraumatischer Belastungsstörung“ in Folge früherer Auslandseinsätze in Frühpension. Inzwischen sind leider noch Angstattacken dazu gekommen. Wer das nicht selbst erlebt hat, kann die Probleme in der Regel nicht nachvollziehen. Und nun Corona. Wir erleben Menschen die uns auf Parkplätzen vor einem Discounter angepöbelt haben. Warum? Weil wir nach unserem Umzug vor 5 Jahren in die Gemeinde Kropp-Stapelholm das alte Kfz-Kennzeichen behalten haben – das geht nämlich. Früher war einer von uns alle 2-3 Tage unterwegs und dann wurde kurzfristig das  eingekauft worauf wir gerade Appetit hatten – DAS hat sich geändert. Wir kaufen nur noch einmal wöchentlich ein und haben inzwischen ein kleines Vorratslager. NEIN nicht an Toilettenpapier, aber an Grundnahrungsmitteln für 1 bis 2 Wochen. Das spart Geld, und auch Zeit  die wir für andere Dinge nutzen, wie zum Beispiel puzzeln, Fahrradfahren in der Umgebung oder unsere Instrumente mal wieder in die Hand nehmen. Und es spart vor allem Nerven. Es spart Nerven, weil es immer noch, oder gerade jetzt wieder Deppen, Idioten oder „anders Intelligente“ gibt, die meinen mit einer Maske keinen Abstand mehr halten zu müssen. Der Virus selbst macht uns keine Angst....wohl aber das irrationale Verhalten dieser „dünn angemischten Menschen“ die vielleicht auch wieder glauben dass die Erde eine Scheibe ist. "

"Corona bedeutet für mich, ständig unterwegs zu sein und Vorhaben zu verwirklichen, für die man sonst keine Zeit hatte. Klar, an die Maske musste und muss man sich noch gewöhnen. Aber andere Länder machen es uns ja vor. OK, spontan mal wieder essen gehen wird es wohl auf absehbare Zeit nicht geben. Gestern fiel mir auf, das der sonst so klare, geräuscharme Himmel wieder von vielen Fliegern gefüllt war, die bereits Urlauber oder Waren an jeden Ort der Welt mit Flugplatz bringen. Viele Kondensstreifen säumten den Abendhimmel. aber nicht zu verachten ist die Zweisamkeit Die Zeit für gemeinsame Unternehmungen, die nun auf Grund des entflechteten Terminkalenders möglich geworden sind."

"Sommer, Sonne. Gartenzeit. Eine schöne ruhige Abwechslung in normalen Zeiten. Doch die Zeiten sind alles andere als normal. Das fängt schon beim Einkaufen mit Maske an. Mit einer Einwegmaske gab es große Probleme, weil die Brille immer beschlagen war. Also ohne Brille einkaufen. Kein Problem? Nö, wenn die Arme lang genug sind um den Einkaufszettel lesen zu können, dann sicher nicht. Doch all die Dinge, die ich sonst im Sommer getan habe verlocken im Moment überhaupt nicht. Mit Maske im Eisladen sein und sich sein  Eis aussuchen – mal ehrlich, das geht für mich gar nicht. Am Abend mal in den Biergarten – kannst auch vergessen. Selbst wenn man nur mal irgendwo tagsüber spazieren gehen will – Maske sollte im Gepäck sein. Man könnte ja auch auf den Gedanken kommen, sich mal einen Kaffee zu gönnen. Also doch lieber der Garten. Aber, obwohl ich nicht zu den Leuten gehöre, die ständig alles mitmachen müssen und gerne mal die Ruhe genieße – so langsam geht mir sogar der Garten auf die Nerven. Ich würde mich gern mal wieder mit irgendjemandem zum Kaffee oder Eis verabreden, unter Menschen sein und gemeinsam Lachen und Spaß haben. Und das ohne Maske. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, guten Bekannten mit Maske gegenüber zu sitzen, mit Maske in ein Museum zu gehen, oder vielleicht in Friedrichstadt eine Grachtenfahrt zu machen, oder was auch immer. Und trotz des zur Zeit schönen Wetters merke ich immer stärker, dass auch meine Emotionen Achterbahn fahren. Ich bin schneller gereizt, fange an mich stärker abzugrenzen, kriege nichts mehr auf die Reihe und fühle mich insgesamt einfach nur schxxxxx… Danke Corona – obwohl, „Du“ kannst ja gar nichts dafür, dass uns so viele eigentlich unwichtige Dinge so selbstverständlich geworden sind."

"Mir persönlich gehen als erstes die Menschen gegen den Strich die mir beim Einkaufen erzählen wie ich was zu machen habe, und sich dabei selbst nicht an die Abstandsregeln halten. Leute, muss dasw jetzt auch noch sein? Andere zu belehren und sich selbst nicht an die Regeln halten? Leider sind es bisher am meisten die Älteren die mir diesbezüglich unangenehm auffallen."





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