Taktisches Luftwaffengeschwader 51 "Immelmann"


Historie des Taktischen

Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“

Teil 2: Das Geschwader

Am 07. Juli 1959 stellte Generalleutnant Josef Kammhuber (links © Bundesarchiv)  Inspekteur der Luftwaffe, das Aufklärungsgeschwader 51 (AG 51) auf dem Flugplatz Erding in Dienst. Kommodore war Oberstleutnant Walter Grasemann, ebenso wie Kammhuber, ein ehemaliger Kampfflieger und Ritterkreuzträger der Wehrmacht. Das AG 51 war für den südlichen Bereich der Bundesrepublik Deutschland vorgesehen und wurde der Luftwaffengruppe Süd unterstellt.

* Bevor Kammhuber im Juni 1940 das Kommando über die Jachtjäger der Luftwaffe übernahm, war er am 10. Mai 1940 als Kommodore des KG 51 "Edelweiss" dafür verantwortlich, dass Maschinen des KG 51 irrtümlich Freiburg im Breisgau bombardierten. Dieser Fehler kostete 57 Menschen das Leben. Kammhuber hat das bis in die 1960 Jahre wider besseres Wissen bestritten.

Auf dem Flugplatz Manching erfolgte am 05. Mai 1960 die Übergabe des ersten direkt der NATO unterstellten Einsatzflugplatzes der Luftwaffe an das AG 51 in Anwesenheit des Verteidigungsministers Franz Josef Strauß, des Inspekteurs der Luftwaffe, Generalleutnant Kammhuber und des Kommandierenden Generals der Luftwaffengruppe Süd, Generalmajor Huth. Im Jahr 1969 wurde das AG 51 nach Bremgarten verlegt, wo es bis zu seiner Außerdienststellung am 17. März 1993 verblieb.

Den Beinamen „Immelmann“  (nach Max Immelmann / links) erhielt das Geschwader übrigens am 21. April 1961, dem 43. Todestag des erfolgreichsten Jagdfliegers des Ersten Weltkrieges Rittmeister Manfred von Richthofen.

Am 17. September 1992 fand eine große „Abschiedsparty“ von den fliegenden Verbänden der NATO und befreundeter Staaten statt, am 25. September 1992 folgte die Entlassung des AG 51 aus der NATO-Assignierung, am 18. Dezember 1992 die Einstellung des Überflugbetriebes und am 04. Januar 1993 die Verleihung der Flugsicherheitsurkunde des Inspekteurs der Luftwaffe. Nachdem bereits am 10. Dezember 1992 die Betriebsvereinbarung zur Regelung der Überleitung vom MFG1 zum Lw-TOR-G Jagel unterzeichnet wurde, verließ am 16. Februar 1993 das letzte Einsatzflugzeug des Verbandes den Flugplatz Bremgarten, und am 17. März 1993 erfolgte die nationale Außerdienststellung sowie die Übergabe der Truppenfahne an Oberstleutnant Sowada, den Kommodore des „neuen“ AG 51 in Jagel.

Den Namen Aufklärungsgeschwader 51 „Immelmann“ erhielt der Verband am 01. April 1993. Die Bezeichnung des Geschwaders und der Traditionsname „Immelmann“ wurde vom aufgelösten AG51 übernommen, der Panther als Geschwaderwappen vom ehemaligen AG 52 in Leck, das  mit dem AG 51 Bremgarten zusammengelegt und nach Jagel verlegt wurde.

Die Übernahme als Hausherrn-Funktion und die offizielle Indienststellung des neuen AG 51 erfolgte am 01. Januar 1994 durch Luftwaffeninspekteur Generalleutnant Jörg Kuebart.

Im Rahmen der Neuausrichtung der Bundeswehr wurde zum 01. Oktober 2013 das Aufklärungsgeschwader 51 „Immelmann“ in Taktisches Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“ umbenannt.

Das TaktLwG 51 „I“ ist das jüngste Geschwader der Luftwaffe und das einzige mit der Fähigkeit zur bemannten und unbemannten taktischen Luftaufklärung innerhalb der Bundeswehr. Das Geschwader ist Mitglied der „Tiger Association“ und war 2004 und 2014 Ausrichter des NATO Tiger Meets.

Am 03. April 2017 wurde mit der Aufnahme des Ausbildungsauftrages des außerdienstgestellten „Fliegerischen Ausbildungszentrums der Luftwaffe“ in Holloman (USA) eine 4. Fliegende Staffel beim TaktLwG 51 „I“ aufgestellt.

Teil 1: Namensgeber

Die Kai-Uwe-von-Hassel-Kaserne in Kropp ist Heimat des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 „Immelmann“, kurz TaktLwG 51 „I“. Die Kaserne mit ihrem Gelände existiert in dieser Form seit 1965. Im März 1993 wurde sie von der Luftwaffe übernommen.Einen offiziellen Namen hatte sie zu der Zeit nicht.

Die „Immelmänner“, wie sie von den Bürgern Kropps genannt werden, sind fester Bestandteil des sozialen und wirtschaftlichen Leben in der Gemeinde Kropp-Stapelholm und Umgebung. Die Soldaten und Soldatinnen engagieren sich innerhalb der Gemeinde und sind in ihrer Uniform ein täglicher und gern gesehener Anblick.

In Teil 1 werfen wir zuerst einen kurzen Blick auf die Namensgeber von Kaserne und Geschwader:

Kai-Uwe von Hassel (geb. 21.April 1913 in Gare, Deutsch-Ostafrika, verstorben 08.Mai 1997 in Aachen) war von 1954 bis 1963 Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein, von 1963 bis 1966 Bundesminister der Verteidigung, von 1966 bis 1969 Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte und von 1969 bis 1972Präsident des Deutschen Bundestages. Er wurde am 07. September 1956 mit dem Großkreuz des Bundesverdienstkreuzes und dem Großkreuz des Verdienstordens der Italienischen Republik ausgezeichnet. Nach ihm sind der „Kai-Uwe-von Hassel-Förderpreis und seit dem 16. September 1997 auch die „Kai-Uwe-von-Hassel-Kaserne“ in Kropp benannt worden. Er erlag am 08.Mai 1997 während der Karlspreisverleihung in Aachen einem Herzinfarkt. Acht Tage nach seinem Tod wurde er vom Deutschen Bundestag mit einem Staatsakt im Plenarsaal geehrt.

Seine Witwe, Frau Dr. Monika von Hassel, ist noch heute dem Ort Kropp und seinem Geschwader innig verbunden.


 

Max Immelmann (geb. 21. September 1890 in Dresden, verstorben 18.Juni 1916 bei Annay, Frankreich) zählte neben Oswald Boelcke und Manfred von Richthofen zu den bekanntesten deutschen Jagdfliegern des Ersten Weltkrieges. Aufgrund seiner Erfolge im Luftkampf erhielt er den Beinamen „Adler von Lille“ und diverse Auszeichnungen. Darunter auch die höchste Tapferkeitsauszeichnung Preußens – den Pour le Mérite.

1914 kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges bewarb sich Imelmann beí den Fliegertruppen als Flugschüler, musste aufgrund seiner Reaktivierung aber zuerst zurück zu seinem früheren Regiment. Am 12. November erfolgte seine Versetzung zur Fliegertruppe. Nach 54 Schulflügen absolvierte er den ersten Alleinflug am 31. Januar 1915. Am 09. Februar bestand er die erste Pilotenprüfung, zwei Tage später die Feldpilotenprüfung und seine dritte und letzte Flugmeisterprüfung am 27. März.

Nach zahlreichen Flügen als Aufklärer und Begleitschutz flog Immelmann am 31.Juli 1915 erstmals die „Fokker E.I.“

Am 18. Juni 1916 startete Immelmann bei einem Fliegeralarm zur Unterstützung von bereits im Kampf stehenden Piloten. Als er einem in die Tiefe stürzenden Bomber folgte und mit seiner Maschine wieder in den Steigflug ging, zerbrach die Fokker in zwei Teile und stürzte ab. 

Noch heute ist die Ursache dafür unklar. Sowohl der Abschuss durch einen Heckschützen,  als auch der Zerriss durch Artilleriefeuer wären Möglichkeiten. Eine andere Ursache für Immelmanns Absturz soll das Versagen der Synchronisation des Unterbrechergetriebes gewesen sein, wodurch Immelmann sich den Propeller selbst zerschossen habe. Durch die auftretende Unwucht des Motors habe sich die Fokker aufgeschaukelt, woraufhin das filigrane Flugzeug zerbrochen sei.

Max Immelmann galt als ausgezeichneter Taktiker und als exzellenter Flieger, Nach ihm ist heute das als „Immelmann-Turn“ bezeichnete Kunstflugmanöver benannt. Diese Kunstflugfigur besteht aus einem halben Überschlag (halber Looping) und einer unmittelbar anschließenden halben Rolle. Der halbe Überschlag wird aus der Horizontalen kommend ansteigend nach oben bis zur Rückenlage geflogen.


Neben Oswald Boelcke, Manfred Freiherr v. Richthofen, Lothar-Siegfried Freiherr v. Richthofen  und Ernst Udet gehörte auch Max Immelmann einer neuen Generation von Jagdfliegern an.

Fortsetzung folgt....


Besuch in der MGS des

TaktLwG 51 „Immelmann“

Jeder hat sie am Himmel schon mal gehört. Die Tornados des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 „Immelmann“. Die Angehörigen des Geschwaders werden in unserer Region liebe - und respektvoll „die Immelmänner“ genannt, und sind ein fest verankerter Bestandteil des öffentlichen Lebens in der Gemeinde Kropp und den umliegenden Dörfern. Gleichwohl die „Immelmänner“ einen bedeutenden wirtschaftlichen Faktor darstellen, so gibt es neben dem bekannten, jährlich stattfinden, „Immelmannlauf“ auf dem Gelände und dem Umfeld der „Kai-Uwe-von-Hassel-Kaserne“ noch einen weiteren Anlaufpunkt, der einen Besuch der Kaserne lohnenswert macht.

Die Rede ist von der Militärgeschichtlichen Sammlung (MGS) in den Räumen der Kaserne. Dort werden zahlreiche Exponate aus den letzten 100 Jahren präsentiert, durch welche die Geschichte des Flugplatzes Jagel, des Geschwaders „Immelmann“ und der Kai-Uwe-von Hassel-Kaserne samt Namensgebern bis in die heutige Zeit den Besuchern zugänglich gemacht wird.

Sinn und Zweck der Sammlung ist auch eine Aus- und Weiterbildung der Soldaten und Soldatinnen so wie der zivilen Kräfte des Geschwaders mit dem Ziel der intensiveren historischen Bildung, der Auseinandersetzung mit und der Pflege von Traditionen. Zusätzlich wird die Sammlung als Information für eine Verständnis weckende und transparente Öffentlichkeitsarbeit herangezogen.

Sylvia Prüßmann im Gespräch mit Hauptmann Lars Möller (vorn rechts)

Eine Führung durch die Sammlung beginnt im „Einführungsraum“ um dem Besucher den Sinn und Zweck der Sammlung darzulegen. Die Sammlung wurde bereits 2007 geplant. 2008 bekam Hauptmann Lars Möller, Leiter der MGS, nach erfolgter Prüfung die Genehmigung zur Führung der Sammlung. Dazu mussten bestimmte Kriterien wie z. B. die zeitliche Richtigkeit geschichtlicher Ereignisse erfüllt sein, doch erst die Genehmigung selbst ermöglichte die korrekte Darstellung auch mit öffentlich verbotenen Hoheitszeichen. Diese Prüfung wird alle zwei Jahre wiederholt.

Nicht alle ausgestellten Teile sind aus eigenem Besitz. Viele wurden gespendet, oder auch als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Eine Unterstützer-Tafel mit den entsprechenden Namen im Einführungsraum zeugt von deren Anerkennung.

Nach der Einführung, die auch einen kurzen zeitlichen Einblick in die Entstehungsgeschichte des TaktLwG 51 „I“ gibt, beginnt die eigentliche Führung durch die verschiedenen Räume. Von der geschwadereigenen Geschichte mit einem historischen Rückblick geht es weiter zu den Namensgebern.

Max Immelmann, Namensgeber des Geschwaders, zählte zu den bekanntesten deutschen Jagdfliegern des Ersten Weltkrieges. Er verstarb am 18. Juni 1916 bei Annay (Frankreich) unter bisher nicht endgültig geklärten Umständen. Ein Schicksal welches Max Immelmann mit Freiherr Manfred von Richthofen teilt.

Teil der Luftschraube (Propeller) der Fokker E 3 von Oblt. Max Immelman

Der Namensgeber der Kaserne, Kai Uwe von Hassel, war von 1954 bis 1963 Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein und von 1963 bis 1966 Bundesminister der Verteidigung. Als Ministerpräsident von Schleswig Holstein war er ebenfalls von 1955 bis 1956 auch Bundesratspräsident, und somit bislang der einzige Politiker mit zwei Präsidialämtern. 1997 wurde die Kaserne in Kropp nach ihm benannt.

Über die Entstehung des Aufklärungsgeschwaders 51 „I“ und der Geschichte des Fliegerhorstes Schleswig-Land in Jagel geht es weiter zur Geschichte der Luftbrücke 1948/49 und die Zeit der Royal Airforce 1945 bis 1958, die ebenfalls von Jagel aus gestartet ist. Im nächsten Abschnitt geht es um die Präsentation der Waffensysteme der taktischen Luftaufklärung und dessen Geschichte.

Auch die größte Nato-Übung weltweit, das Tigermeet, und dessen Geschichte hat einen Platz in der Sammlung gefunden, genauso wie ein Traditionsraum des Marinefliegergeschwaders. Seit einiger Zeit gibt es auch für die Einsätze des Geschwaders einen Raum , in dem ein Eindruck über die Rahmenbedingungen eines Einsatzes gewonnen werden kann. Auch persönliche Erinnerungsstücke der Einsatzkräfte sind dort ausgestellt.

Auf dem Gang stehen ebenfalls zahlreiche Modelle und Tafeln zur Anschauung. Ein kleines Highlight in Form einer Flieger-Lounge ist die Pantherbar, wo dem Besucher die Möglichkeit gegeben werden soll bei einem Kaffee ein wenig zu verschnaufen.

Hauptmann Möller, der für die Führungen verantwortlich ist, weist besonders darauf hin, dass die Ausstellung kein Museum ist, sondern eine Sammlung, bei der man nicht nur schauen, sondern auch mit der notwendigen Vorsicht Gegenstände berühren darf.

Die Ausstellung ist gern besucht. Fast 70 Prozent aller Führungen ist für Privatpersonen, nur 30 Prozent ist für Streitkräfte, Zoll, Bundes- und Landespolizei.

Wer als Privatperson an einer solchen Führung Interesse hat, sollte auf alle Fälle sehr viel Zeit mitbringen. Uns sind die drei Stunden jedenfalls wie im Flug vergangen.

Nähere Informationen sowie zur Anmeldung eines Besuches der Militär-Geschichtlichen Sammlung des TaktLwG 51 Immelmann,  finden Sie mit nur einem Klick auf das Wappen der MGS-Kropp

© SL-Süd-Online 2019


llv. Inspekteur/Luftwaffe - GenLt Dr. Rieks - besucht „Immelmänner“ in Jagel

V.l. Kommodore Oberst Conrath, Generalleutnant Dr. Rieks

Wie läuft es mit der Ausbildung, den Einsätzen, der Luftbildauswertung? Der stellvertretende Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Dr. Ansgar Rieks, informierte sich ausführlich über die Mittel des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 „Immelmann“, mit denen der Verband seine Aufträge erfüllt. Rieks sieht besonders in der Luftbildauswertung und der unbemannten Luftfahrt eine Weiterentwicklung der Luftwaffe. Und genau dafür ist das Geschwader gut aufgestellt. Mit Einführung der Drohne „Heron TP“, die nach und nach ab 2020 „Heron I“ in den Einsätzen Afghanistan und Mali ablösen soll, erlebt das Geschwader und damit die Luftwaffe einen Quantensprung in der unbemannten Luftfahrt. Der erste Ausbildungsgang für die zukünftigen Bediener hat bereits dieses Jahr in Israel stattgefunden.

Darüber hinaus ließ sich der General genauestens darüber informieren, wie mit den anfänglichen Problemen bei der „Tornado“-Ausbildung umgegangen wird. Nach dem Umzug aus dem US-amerikanischen Holloman stand der Verband vor großen Herausforderungen, die die Mitarbeiter des Verbandes aber mit Professionalität angingen. Diese Erfahrungen werden nun in die Ausbildung mit eingebracht. /Ronald

Quelle: Bundeswehr / Foto´s: Falk Bärwald 

© SL-Süd-Online 2019


Spotterday und Tag der Bundeswehr 2019 beim Takt. LwG 51 Immelmann in Jagel

 Am 13. Juni 2019, bereits zwei Tage vor dem großen Tag, dem "Tag der Bundeswehr" am Standort Jagel, wurde in Jagel zum "Spotter-Day" geladen.

Fast 700 Spotter waren dieser Einladung gefolgt. Bewaffnet mit Fotoapparaten, die sogar manch einen Fotojournalisten neidisch machen und mit reichlich Akkus und SD-Cards im Handgepäck wurden sie von einem speziellen Spottereingang mit Bussen zu einer nahe der Start- und Landebahn gelegenen extra abgezäunten "Spotterarea" gebracht. Manche von ihnen waren zusätzlich mit Klappleitern oder mehrstufigen Klapptritten ausgestattet um sich den besten Platz am Zaun für "ihre" Fotos zu sichern. Eine kostengünstige Verpflegung in Form von Getränken, Brötchen und Grillwurst war ebenfalls organisiert.

Auf der Jagd nach immer besseren Fotos verfolgten sie mit angesetzten Kameras die Flugvorführungen, die als erstes von einem Eurofighter eingeleitet wurden. Der Pilot präsentierte seine Maschine mit einer beeindruckenden Wendigkeit. Es folgte der Transporthubschrauber CH 53,  der trotz seiner Größe schon fast wahre Kunstflüge vollbrachte. Die CH-53 ist seit vielen Jahren im Einsatz und ist mit einem max. Startgewicht von ca. 19.000 kg bei einer Nutzlast von über 10.000 kg der größte Transporthubschrauber der Bundeswehr. Mehrere MRCA Tornados, die erst einmal langsam an der Spotterarea vorbei rollten um dann zügig zu starten und erst einige Zeit später wieder zu landen waren dabei schon fast zu schnell für die Kameras. Dabei wurde auch die neue Sonderlackierung der Jubiläumsmaschine zum 25-jährigen Bestehen des Taktischen Luftwaffengeschwader 51 "Immelmann" im Flug und am Boden vorgestellt.

Auf der Jagd nach immer besseren Fotos verfolgten sie mit angesetzten Kameras die Flugvorführungen, die als erstes von einem Eurofighter eingeleitet wurden. Der Pilot präsentierte seine Maschine mit einer beeindruckenden Wendigkeit. Es folgte der Transporthubschrauber CH 53,  der trotz seiner Größe schon fast wahre Kunstflüge vollbrachte. Die CH-53 ist seit vielen Jahren im Einsatz und ist mit einem max. Startgewicht von ca. 19.000 kg bei einer Nutzlast von über 10.000 kg der größte Transporthubschrauber der Bundeswehr.


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Rosinenbomber flogen für Frieden und Freiheit und waren in Jagel herzlichst willkommen

In diesen Tagen jährt sich das Ende der "Operation Airlift", gemeinhin als "Berliner Luftbrücke" bekannt, zum 70ten Mal. Die - selbst nach heutigen Maßstäben - unglaubliche menschliche und logistische Leistung, die hinter der "Berliner Luftbrücke" steht, ist seitdem bis zum heutigen Tag unerreicht. Bezüglich Hintergrundinformationen möchte ich in diesem Fall auch auf die folgende Internetseite hinweisen.

"Sie kommen"..... "Da hinten sind sie". Weit fern am Horizont waren kleine schwarze Silhouetten ebenso zu erkennen, wie auch das ferne und sonore Brummen der Doppelsternmotoren vom Typ Patt & Whiskey R-1830-92 zuhören. Sätze wie "Oh man, ich hab feuchte Augen", oder "Schau mal, meine Nackenhaare stellen sich auf" und "Das erleben wir nie wieder" ..... Ganz kleine schwarze Schatten bewegten sich um die Mittagszeit gemächlich auf den Flugplatz Jagel zu um hier zu landen.

Die Besatzungen waren bei einer feierlichen Kranzniederlegung,  zu deren Anlass den ca. 80 Todesopfern der Berliner Luftbrücke gedacht wurde ebenso anwesend, wie auch zahlreiche geladene Gäste aus den umliegenden Gemeinden. 



Persönlicher Kommentar Paul van Hoff

Zigtausende ehemalige Kriegsgegner sind von Beginn der Blockade durch die Sowjets bis in Herbst 1949 gemeinsam bis an die menschlich Leistungsgrenzen gegangen um eine ganze Stadt zu versorgen. Zu versorgen nicht nur mit Kohle sowie Lebensmitteln....nein, es wurden Bauteile für ein ganzes Stromkraftwerk, verpackt in Holzkisten, geflogen und hüben wie drüben wurden die Transportflugzeuge von unglaublich vielen Menschen be- und auch wieder entladen.

Des weiteren wurden zigtausende kranke Menschen, aber vor allem auch Kinder im Rahmen der "Aktion Storch" von den britischen Maschinen vom Typ DC-3, hauptsächlich über den noch heute existierenden Flugplatz Lübeck Blankensee aus Berlin ausgeflogen.

Man muss sich bei dieser Gelegenheit einmal die Leistungen der damaligen Transportmaschinen vergegenwärtigen. Dazu hilft am Besten ein Vergleich zu den heutigen Maschinen der Luftwaffe.

Die allgegenwärtige Transall kann ca. 16 Tonnen Last / 90 Menschen befördern. Beim neuen Airbus A 400 reden wir schon von einer Nutzlatz von 45 Tonnen. Eine DC-3 konnte seinerzeit gerade einmal ca. 3 Tonnen bzw. ca. 20-25 Menschen befördern.

Nun haben sich Besitzer von noch flugfähigen DC-3-Maschinen und Veteranen der Luftbrücke vor langer Zeit dazu entschieden nach 70 Jahren einen Sternflug in Deutschland zu organisieren. Ziel war es, von einigen der Flugplätzen im damaligen Westen hin nach Berlin zu fliegen und mit den "Rosinenbombern" vielleicht sogar in Berlin Tempelhof (damals Hauptflugplatz der Luftbrücke)  zu landen. Diese Damen und Herren haben mehrere $ 100.000 in die Hand genommen, sind mit ihren über 70 Jahre alten Flugzeugen in mehreren Etappen aus aller Welt nach Deutschland gekommen.......... UND.....der Berliner Senat hatte schon im Vorfeld  eine Landegenehmigung verweigert.  Und nicht nur das.

Selbst einem Überflug über den ehemaligen Flugplatz Berlin-Tempelhof wurde keine Genehmigung erteilt - entsprechende Meldungen können Sie in allen Zeitungen verfolgen. Völlig unverständlich wird diese Abweisung besonders unter dem Aspekt, dass Bundespräsident Frank Walter Steinmeier die Schirmherrschaft über den Sternflug "70 Jahre Luftbrücke" übernommen hat.

Bei allem gebotenem Respekt, aber DAS verstehe wer will.

© SL-Süd-Online 2019

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