EM für Border Collies 2019 in Wittbek mit erfolgreicher Beteiligung aus Meggerdorf

Der Border Collie und „sein Mensch“ - als eine Einheit zum Europameister

50 Hektar Wiese mitten im Nichts – das war der Austragungsort der Europameisterschaft für Hütehunde vom 22. bis 25. August 2019 in Wittbek. Zur Verfügung gestellt hat diese Wiese der Biobauer Metzger-Petersen, der sonst das Gras für sein Silo darauf wachsen lässt. Neben der Wettkampfwiese entstand dort auch ein kleines Dorf mit Festzelt, Händlern und Ausstellern und einem kostenfreien Parkplatz.  

Ausrichter der 35. Europameisterschaft für Hütehunde war die „Arbeitsgemeinschaft Border Collie Deutschland e. V.“, die sich die Arbeit und Förderung von Border Collies als Koppel- und Hütehund im ursprünglichen Sinne zur Aufgabe gemacht hat. In Gesamtdeutschland der einzige Verein dieser Art. Bereits zum 5. Mal ist Deutschland Gastgeber, davon zum 2. Mal in Osterwittbekfeld. Vor zwei Jahren begannen die ersten Planungen dafür, die eigentlichen Vorbereitungen für diese große Veranstaltung wurden dann in den letzten sechs Monaten abgeleistet. Fünf Organisatoren wurden dabei von gut 100 Helfern aus ganz Deutschland unterstützt, die auch bei den letzten Vorbereitungen vor Ort auf eigene Kosten zum Helfen angereist waren.

109 Border Collies aus 18 Ländern hatten sich für die EM qualifiziert, darunter auch acht Hunde mit ihren Handlern (Hundeführern) aus Deutschland. Team Deutschland – das sind:

Hendrik Kienker aus Mecklenburg-Vorpommern, Eckhard Sievers aus Meggerdorf,

Stephan Lamm aus Eschweiler, Otto Althaus aus Rosenthal, Viola Hebeler,      

Frauke Spengler aus der Eifel und Marcus Fiske aus Buchholz in der Nordheide.

Allesamt arbeiten seit vielen Jahren mit Border Collies und sind erfahrene Wettkampfteilnehmer. 

https://www.continental2019.de/images/presse/meldungen/2019_07_Pressemeldung_Team.pdf

Bei dieser EM mussten Mensch und Tier sich als ein eingespieltes Team beweisen. Die Gehorsamkeit des Tieres und die genauen Anweisungen „seines“ Menschen sind oft durch viele Jahre Arbeit antrainiert. Nur mit Pfiffen gab der Handler seinem Hund Anweisungen. Es ging darum, eine Gruppe Schafe über einen vorgegebenen Parcour zu treiben, ohne die Tiere zu stressen.

500 Schafe wurden dafür von Schäfer Wolfgang Albertsen aus Ahrenviöl zur Verfügung gestellt. Um die Bedingungen für jeden Teilnehmer gleich zu halten, wurde jedes Schaf nur einmal eingesetzt. Jeder Lauf dauerte nur ungefähr 15 Minuten, lediglich im Finale waren aufgrund eines größeren Parcours bis zu 30 Minuten pro Lauf angesetzt.

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Der Border Collie, der ursprünglich aus dem englisch-schottischen Grenzland für die Arbeit am Vieh gezüchtet wurde, zeichnet sich aus durch sein  instinktives Gefühl für das Vieh, für das Zusammensuchen und das ruhige schonende Heranbringen von verstreuten Tieren. In Wittbek bekam man ein Gefühl davon, wie die Hunde in ihrer Funktion als Hütehund, mit ihrem Instinkt für Schafe und ihrer Präzision im Abtrennen und Einpferchen kleiner Schafgruppen ursprünglich gearbeitet haben.












Susanne Stubbe (rechts) mit Sylvia Prüßmann im Gespräch

Die Schafe sind hier das Wichtigste“, erzählte Susanne Stubbe, Mitorganisatorin der EM. „Die Tiere müssen von Hund und Mensch ohne Stress getrieben werden. Deshalb behalten die Kampfrichter die Schafe im Auge, denn sie erkennen am Lauf der Tiere, wie gut die Aufgabe gelöst wurde.“ Die beiden Kampfrichter, Aidan Gallagher aus Nordirland und Johnny Robinson aus Schottland, arbeiten selbst seit einigen Jahrzehnten mit Border Collies und haben erfolgreich an diversen Wettbewerben teilgenommen.

Von Donnerstag, den 22.08. bis Samstag, den 24.08. fanden in Wittbek die Qualifikationsläufe statt. Jeweils die ersten sechs Teilnehmer dieser Tage kamen dann ins Finale, das am Sonntag, dem 25. August entschieden wurde. Auch zwei Mitglieder aus dem deutschen Team waren dabei. Für den EM-Titel hat es dabei leider nicht gereicht, dennoch kam das deutsche Team bei der Teamwertung auf einen stolzen dritten Platz.



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